Antibiotika helfen zwar schnell die “schlechten” Bakterien in der Blase zu beseitigen, schaden aber ebenfalls den “guten” Bakterien im Darm und in der Vagina. Damit sich die Darmflora wieder erholen kann, ist eine Darmsanierung nach der Antibiotika-Einnahme besonders wichtig. Wie Du deinen Darm dabei unterstützen und die lebenswichtigen Bakterien für die Darmflora wieder aufbauen kannst, erfährst Du hier.

Wie Du deine Darmflora nach Antibiotika unterstützt

Wichtig für Dich – dieser Beitrag beantwortet folgende Fragen:

  • Warum der Aufbau der Darmflora nach jeder Antibiotika-Einnahme so wichtig ist.
  • Mit welchen Lebensmitteln und Präparaten Du die Darmflora unterstützt.

Neben der Scheidenflora ist die die Darmflora ein wichtiger Bestandteil zum Schutz gegen Keime und Infektionen.

Wie Du die Scheidenflora nach der Antibiotika-Einnahme wieder aufbaust, findest Du hier ausführlich beschrieben.

Ein gesunder Darm bzw. eine gesunde Darmflora ist für das Immunsystem besonders wichtig. Denn 80 Prozent der Immunzellen befinden sich in der Darmschleimhaut.

Im Darm leben etwa 80 Billionen Bakterien mit unterschiedlichen Stämmen, wie etwa:

  • Firmicutes (z. B. Laktobazillen)
  • Actinobakterien (z. B. Bifidobakterien)
  • Proteobakterien (z. B. Eschericia coli)
  • Bacteroides (z. B. Prevotella)

Diese „guten“ Darmbakterien verhindern, dass sich krankmachende Bakterien oder Pilze ausbreiten und zu einer Infektion oder gar Darmerkrankung führen.

Nach jeder Einnahme eines Antibiotikums sind diese Bakterien und auch die Anzahl der unterschiedlichen Bakterienstämme stark dezimiert. Manchmal macht sich das erst nach der Einnahme bemerkbar, in Form von Verdauungsbeschwerden, Blähungen oder Durchfall.

Bis sich die Bakterien im Darm nach Antibiotika wieder reguliert haben, kann es mehrere Monate bis hin zu einem Jahr dauern.

Es kann aber genauso vorkommen, dass bestimmte Bakterienarten – die vor der Antibiotikagabe im Darm vorhanden waren – dauerhaft verschwinden und sich nicht mehr erholen.

Antibiotika können also auf die Darmflora eine nachhaltig negative Auswirkung haben – und auf dein Immunsystem!

Anzeichen einer gestörten Darmflora

Wenn Du bereits mehrmals Antibiotika einnehmen musstest, ist es sinnvoll, einmal eine Stuhluntersuchung machen zu lassen – um festzustellen, ob sich z. B. ein Darmpilz entwickelt hat. Diese Untersuchung kannst Du bei deinem Hausarzt vornehmen lassen.

Denn nicht immer machen sich Veränderungen in der Darmflora eindeutig bemerkbar. Eine dezimierte Bakterienanzahl im Darm kann sich schleichend bemerkbar machen, indem Du z. B. infektanfälliger wirst.

Beschwerden einer gestörten Darmflora sind unter anderem:

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Infektanfälligkeit allgemein
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Hautprobleme
  • Müdigkeit
  • Pilzerkrankungen
  • Vaginale Infektionen

Präparate zum Aufbau der Darmflora

Nach jeder Antibiotika-Einnahme ist daher der Aufbau der Darmflora umso wichtiger.

Dies kannst Du in Form von gesunder Ernährung machen – oder gezielt in Form von Präparaten. Hier gibt es grundsätzlich eine große Auswahl an Mitteln aus der Apotheke. Sehr gut verträgliche Präparate sind unter anderem:

Darmflora über die Ernährung aufbauen

Am besten ist es, deinen Darm über eine gesunde Ernährung alles zuzuführen, was er benötigt. Eine ausgewogene Ernährung ist hier sehr hilfreich. Aber nicht nur die Ernährung unterstützt deinen Darm, sondern auch regelmäßig Sport.

In diversen Lebensmitteln kannst Du Probiotika und Präbiotika finden. Diese Form der Lebensmittel sind wichtig, damit Du die Bakterien im Darm wieder zuführen bzw. anreichern kannst.

Probiotika sind etwa lebendige Mikroorganismen, die aus Milchsäurebakterien und Hefepilzen bestehen.

Präbiotika hingegen sind Ballaststoffe, die diesen Mikroorganismen als Nahrung dienen, damit sie sich im Darm vermehren können.

Probiotische Lebensmittel, die Du essen solltest (sofern Du keine Lebensmittelunverträglichkeit hast):

  • Naturjoghurt
  • Sauerkraut und alle fermentierten Lebensmittel
  • Brottunk
  • Quark
  • Apfelessig
  • Kombucha
  • Kefir

Präbiotische Lebensmittel, die Du essen solltest (sofern Du keine Lebensmittelunverträglichkeit hast):

  • Vollkornprodukte
  • Äpfel
  • Bananen
  • Nüsse
  • Leinsamen oder Flohsamen
  • Brokkoli
  • Knoblauch
  • Lauch
  • Zwiebeln

Mit diesen Maßnahmen kannst Du einen wertvollen Beitrag für deine Darmgesundheit – und in Folge für dein komplettes Immunsytem leisten.


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