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Neues Medikament zur Vorbeugung von wiederkehrenden Blasenentzündungen

Seit Juli ist ein neuartiges Medikament gegen Blasenentzündungen am Markt. Und bis es erhältlich war, hat es auch noch etwas gedauert – aber nun ist es soweit. Cystohipp soll zur Prophylaxe von wiederkehrenden Blasenentzündungen eingesetzt werden. In Deutschland ist es bereits erhältlich, allerdings verschreibungspflichtig. Was das neue Medikament kann, erfährst Du hier.

Cystohipp zur Vorbeugung von Blasenentzündungen

Wichtig für Dich – dieser Beitrag beantwortet folgende Fragen:

  • Was der neue Wirkstoff bewirkt und wie er zur Vorbeugung von Blasenentzündungen helfen kann.
  • Ob dieses Medikament für Dich geeignet ist und worauf Du Acht geben musst.

Es ist ein begrüßenswerter Fortschritt. Denn jedes neuartige Medikament, das im Kampf gegen bakterielle Blasenentzündungen eine Zulassung bekommt, kann nur gefeiert werden. Egal, ob ein Medikament schlussendlich nur einen Bruchteil der betroffenen Frauen helfen kann oder nicht. Es ist eine Chance.

Das Medikament Cystohipp enthält den Wirkstoff Methenaminhippurat. Dieses Medikament ist verschreibungspflichtig und ist privat zu bezahlen (rund € 70). Es wird als Tablette oral eingenommen und dient als vorbeugendes Mittel und nicht etwa für den Akutfall einer Infektion.

Derzeit ist es in Deutschland auf Rezept in der Apotheke erhältlich. Je nach Land kann es aber schwierig werden, dieses zu beziehen, weil das Präparat noch nicht im Arzeimittelregister gelistet ist (derzeit noch nicht in Österreich oder der Schweiz gelistet).

Wie Cystohipp wirkt & angewendet wird

Der Wirkstoff ist ein Harn-Septikum, das durch die Freisetzung von Formaldehyd eine antibakterielle Wirkung im Urin entfaltet. Damit eine antibakterielle Wirkung entsteht, benötigt der Wirkstoff einen sauren Urin-pH-Wert, damit überhaupt Formaldehyd entstehen kann.

Der Wirkstoff wirkt gegen uropathogene Erreger wie Escherichia.Coli, Enterokokken, Staphylokokken und andere. Er hat aber keine Wirkung bei Bakterien, die einen alkalischen Urin verursachen.

Und hier ist auch der Haken: ist nicht ausreichend saurer Urin in der Blase vorhanden (entweder weil der eigene natürliche Urin-ph-Wert nicht sauer genug ist) oder weil er durch vorhandene Bakterien nicht sauer genug ist, wird zu wenig Formaldehyd gebildet und die prophylaktische Wirkung des Medikaments kann nachlassen oder im schlimmsten Fall gar nicht wirken.

Cystohipp ist für die Langzeitprophylaxe vorgesehen. Das bedeutet konkret, dass 2 x täglich eine Tablette eingenommen werden muss. Und das für einen Zeitraum von 6 bis 12 Monate. So die Leitlinie des National Institute for Health and Care Excellence.

Nebenwirkungen von Cystohipp

Bei der Einnahme dieses Medikaments muss zuvor geklärt werden, ob es überhaupt angewendet werden darf.

Dieser Wirkstoff muss unter anderem bei bestimmten Erkrankungen gemieden werden: etwa bei Nierenfunktionsstörungen oder Nierenversagen, Gicht, Leberfunktionsstörungen, Niereninfektionen, Dehydratationmetabolischer Azidose oder bei Überempfindlichkeit gegenüber des Wirkstoffs Methenaminhippurat.

Cystohipp kann unter anderem folgende Nebenwirkungen haben:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Hautausschlag
  • Blasenreizung
  • Superinfektion mit Hefen
  • Magenreizung
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Juckreiz

Ist Cystohipp für Dich überhaupt geeignet?

Bevor man dieses Medikament nimmt, sollte man erstmal prüfen, wo der eigene Urin-pH-Wert überhaupt liegt, damit der Wirkstoff wirken kann.

Hier ist es wichtig zu sagen, dass dieses Medikament bzw. dieser Wirkstoff keine Neigung für Blasenentzündungen beseitigen kann. Hier ist es wichtig, herauszufinden, was die Ursache für deine Blasenentzündungen ist und welche Form der Infektion, damit Du mit deinem Arzt abwägen kannst, ob eine Langzeitprophylaxe bei Dir sinnvoll ist.

Denn für Frauen, die ausschließlich Blasenentzündungen durch Sex bekommen, ist Cystohipp als gezielte Prophylaxe nach dem Sex nicht vorgesehen. Es sei denn, man nimmt täglich das Medikament und zwar als mehrmonatige Langzeitprophylaxe auch dann, wenn kein Sex stattfindet.

Über Marisa

Hi, ich bin Marisa.
Ich beschäftige mich seit 2003 mit Frauengesundheit, sexueller Gesundheit, Zyklen und Verhütung. Meine eigene Blasenentzündungsgeschichte, aber auch mein Interesse für eine natürliche und sichere Verhütung (hormonfrei), haben mich ausführlich zum Themengebiet weiblicher Körper und weibliche Gesundheit geführt (mit Anfang 20).

Für mich stehen die absolute Beschwerdefreiheit und der Einklang mit dem Körper im Fokus, weshalb ich all mein Wissen weitergebe, um diesen Zustand bestmöglich für meine Userinnen zu erreichen.
Alles Liebe!

Marisa
Kommunikationswissenschaftlerin (Magistra) & Gründerin von blasenentzuendung.HELP
Zertifiizierte NFP-Beraterin (Sensiplan®) & unfallfreie Anwenderin seit 2005

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