Die Interstitielle Zystitis ist keine normale Form der Blasenentzündung. Diese Form der chronischen Entzündung der Blasenwand verläuft ohne bakterielle Beteiligung und ist daher auch nicht mit Antibiotika behandelbar. Das Blasenschmerzsyndrom – wie es auch genannt wird – bereitet den Betroffenen besonders großes Leid, da starke Schmerzen ununterbrochen vorhanden sind.
Wie Du eine interstitielle Zystitis diagnostizieren lassen kannst und warum eine frühe Diagnose immens wichtig ist, erfährst Du hier.

Wie sich eine nicht-bakterielle Blasenentzündung äußert

Wichtig für Dich – dieser Beitrag beantwortet folgende Fragen:

  • Wie Du eine interstitielle Blasenentzündung von einer bakteriellen Blasenentzündung unterscheidest.
  • Wie Du eine nicht-bakterielle Form der Blasenentzündung behandeln lassen solltest und welche Ansätze Dir helfen können.

Die Interstitielle Zystitis (oder auch Blasenschmerzsyndrom genannt) ist eine spezielle Form der Blasenentzündung.

Denn im Gegensatz zur bakteriellen Blasenentzündung sind bei dieser Form von Blasenerkrankung keinerlei Bakterien (oder andere Keime oder Pilze) vorhanden bzw. nachweisbar. Die Schmerzen werden von der Harnblasenwand verursacht, die in diesen Fällen chronisch entzündet bzw. geschädigt ist.

Die Harnblasenwand ist normalerweise von einer schütztenden Schicht bedeckt (die Glykosaminoglykan-Schicht). Diese Schicht bildet eine Barriere zwischen der Blasenschleimhaut und dem reizenden Substanzen des Urins.
Bei der interstitiellen Zystitis ist diese Schutzschicht allerdings verletzt oder verändert. Reizende Urinsubstanzen können so in tiefere Schichten der Harnblasenwand vordringen und zu Entzündungen führen. Und letztlich führt das zu den massiven Beschwerden der Betroffenen.

Symptome einer interstitiellen Zystitis:

  • Starke Beckenschmerzen oder Unterleibsschmerzen
  • Druckschmerzen in der Blase (und oberhalb der Blase)
  • Permanenter Harndrang
  • Wenig urinieren können (geringe Menge)
  • Häufiges Urinieren (bis zu 60 x pro Tag)

Eine frühe Diagnose ist lebenswichtig

Um die Diagnose interstitielle Zystitis zu bekommen, muss der Urologe zuerst alle anderen Ursachen für die Entzündung ausschließen: Infektionen mit Bakterien oder Pilzen, Blasensteine oder etwa Blasenkrebs.
Es wird unter anderem eine Blasenspiegelung und ein Harnblasendehnungstest (unter Narkose) durchgeführt, wodurch die typischen Anzeichen einer interstitiellen Zystitis entdeckt werden: nämlich die geschwürartigen Verletzungen und Blutungen der Harnblasenwand.

So schwierig, eine interstitielle Zystitis auch zu diagnostizieren ist, so wichtig ist allerdings eine frühe Diagnose.

Denn zu Beginn der Erkrankung haben die Betroffenen oft noch keine Symptome. Diese treten erst im Laufe der Zeit auf und werden stärker, nämlich dann, wenn die Blasenwand zunehmend geschädigt wird.

Je eher die interstitielle Blasenentzündung erkannt wird, umso besser lässt sich die Weiterentwicklung der Erkrankung verhindern bzw. verlangsamen!

Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich bei Blasenbeschwerden frühzeitig an einen Urologen (kein Gynäkologe) wendest.
Der Arzt sollte am besten auf interstitielle Zystitis spezialisiert sein.

Behandlung und unterstützende Maßnahmen zur Symptomlinderung

Die Ursache für die interstitielle Zystitis ist derzeit noch unklar.
Die Ärzte vermuten einen Zusammenhang zwischen vorangegangen bakteriellen Infektionen, Umweltgiften und hormonellen oder autoimmunen Störungen.

Für die Medizin handelt es sich bei dieser Form der Blasenerkrankung um einen initial vorliegenden Immundefekt des Harnblasengewebes. Und im Besonderen der Schleimhaut (Urothel).

Meist liegen jedoch bei den Betroffenen zusätzlich Begleiterkrankungen vor: Endometriose, rheumatische Erkrankungen, Fibromyalgie, Muskel- oder Gelenkserkrankungen, Reizdarmsyndrom, neurologische Erkrankungen oder Autoimmunerkrankungen.

Eine Heilung dieser Erkrankung ist in diesem Sinn nicht möglich. Es bleibt einzig und allein nur die Linderung der Schmerzen bzw. das Verhindern der Weiterentwicklung der Erkrankung mit unterschiedlichen Medikamenten und Therapieansätzen.

Meist wird medikamentös mit Immunsuppressiva, Antidepressiva, Analgetika oder Antiallergika behandelt, um eine Linderung der Beschwerden zu erzielen.

Meist werden Begleittherapien und Maßnahmen angeraten, um die Schmerzen zu lindern:

  • Ernährungsumstellung (keinen Alkohol und kohlesäurehaltige Getränke konsumieren, Zitrusfrüchte und scharf gewürzte Lebensmittel meiden, Reduzierung des Zuckerkonsums)
  • Physiotherapie (myofaszialen Behandlungstechniken)
  • Blasentraining
  • Beckenbodentraining
  • Kontrollierte, ausreichende Flüssigkeitsaufnahme
  • Blasenspülungen
  • Stressreduktion
  • Wärmetherapie

Tipp: ein sehr gutes Internet-Forum zum Austausch unter Betroffenen, findest Du hier: https://ic-netforum.de

Welche Rolle die hormonelle Verhütung (Pille) spielt

Unter der Einnahme der künstlichen Hormone (Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel) verändert sich der Hormonhaushalt, oft entsteht ein lokaler Östrogenmangel. Das hat zur Folge, dass das Blasengewebe (und auch das Scheidengewebe) dünner, trockener und anfälliger für Entzündungen und Infektionen wird. Im schlimmsten Fall kann sich das Gewebe sogar zurückbilden.

Hormonelle Verhütungsmittel können sich negativ auf eine bestehende interstitielle Zystitis auswirken oder – wie weiter oben angeführt – sogar zur Entstehung beitragen!

Deshalb sollte generell bei jeder Form von Blasenentzündung – speziell aber bei der interstitiellen Zystitis das Absetzen der hormonellen Verhütung in Betracht gezogen werden.
Dadurch kann oft eine deutliche Besserung der Beschwerden erzielt werden.


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