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Warum Du nicht „an deiner Blasenentzündung schuld“ bist – lass Dir bitte nichts einreden!

Viele Frauen machen die Erfahrung, dass ihre Therapeuten oder Ärzte eine emotionale Botschaft in einer Erkrankung und ganz konkret in wiederkehrenden Blasenentzündungen sehen. Warum das ein gefährliches Mindset ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Dein Körper will Dir etwas sagen? Wirklich?

Wichtig für Dich – dieser Beitrag beantwortet folgende Fragen zu Blasenentzündungen und psychosomatischer Symbolik:

  • Warum nicht jede Erkrankung eine emotionale Botschaft deines Körpers ist.
  • Welche Ursachen und Zusammenhänge chronische Infektionen haben.

Jede Frau, die unter wiederkehrenden und chronischen Blasenentzündungen leidet, war vermutlich schon mal an dem Punkt, wo sie plötzlich mit diesem Satz konfroniert wurde: „Dein Körper will Dir damit sagen, dass Dir etwas nicht gut tut.“
Solche Sätze kommen durchaus von Therapeuten oder Heilpraktikern oder manchen Ärzten, die nach einem tieferen Sinn in der Ursache für die Blasenentzündungen suchen. Oder noch schlimmer: die Ursache in der Partnerschaft suchen.

So gut gemeint und positiv dieser Satz auch klingen mag, so falsch und gefährlich kann er leider auch sein. Denn nicht jede Erkrankung hat eine psychosomatische oder emotionale Bedeutung, auf die der Körper reagiert. Und nicht immer ist jemand im Außen oder aufgrund der Lebenssituation Schuld an der Misere einer Erkrankung.

Und damit wird dieser Satz zu einem indirekten Vorwurf an die Frau, sie sei für ihre Situation und Erkrankung mitverantwortlich. Nicht unbedingt komplett schuld, aber mitverantwortlich. So als hätte sie es in der Hand, etwas an ihrer Grunderkrankung zu ändern.

Und das ist schlichtweg falsch.

Blasenentzündungen können durchaus psychosomatisch bedingt sein. Ohne Zweifel. Und dass sich längerfristig anhaltender Stress sehr wohl negativ auf Psyche und Körper auswirken, ist auch klar. Nur machen sich hierbei die Symptome komplett anders bemerkbar – und sind vor allem auch der stressigen Situation zuweisbar und in Zusammenhang zu bringen.

Das Ganze sieht wiederum anders aus, wenn es um chronische Erkrankungen oder Infektionen geht, die völlig unabhängig von Stresssituationen oder emotionaler Belastung vorhanden sind. Eine Frau, die beispielsweise auf Sex mit Blasenentzündungen reagiert, bekommt immer Blasenentzündungen. Nämlich immer dann, wenn sie Sex hat. Völlig egal, wie gut und glücklich sie sich fühlt, wie perfekt alles in ihrem Leben abläuft oder wie harmonisch und schön ihre Liebesbeziehung ist. Sie bekommt immer Blasenentzündungen nach dem Sex. Und das bei jedem Partner, egal welchem!

Das liegt daran, dass es einfach sexbedingte, bakterielle Blasenentzündungen gibt, die mit einem lokal geschwächten Immunsystem zusammenhängen.

Hier eine tiefere Bedeutung in der Erkrankung zu sehen, außer, dass der Körper immuntechnisch nicht selbst in der Lage ist, mit diesen Bakterien alleine klar zu kommen, ist völlig kontraproduktiv. Denn manche Schwachstellen im Körper kann man bestensfalls lindern, mit Medikamenten, pflanzlichen Präparaten, Therapien. Oder mit einem gesunden Lebensstil behandeln oder unterstützen – aber definitiv nicht komplett beseitigen.

Da kann das Mindset – die Einstellung zum eigenen Körper, dem Partner etc. – noch so gut und positiv sein!

Das wäre ungefähr so als würde man jemanden, der Allergien oder eine Lebensmittelunverträglichkeit hat (weil dem Körper bestimmte Enzyme fehlen), dafür mitverantwortlich machen, dass er an dieser Situation und Erkrankung etwas ändern könnte. Dabei ist es nun mal so, dass der Körper nicht perfekt zur Welt kommt oder eben im Laufe eines Lebens nun mal Anfälligkeiten oder Erkrankungen entwickelt. Man würde auch nicht auf die Idee kommen, zu fragen, was im Leben einer Person schief läuft, die schlecht sieht, eine hohe Dioptrin-Anzahl hat und einfach nur eine Brille zur Unterstützung der Augen benötigt.

Was Dir bei chronischen Blasenentzündungen wirklich hilft

Bevor Du Dich aufgrund deiner chronischen Erkrankung noch zusätzlich mit diesem Mindset stresst und überlegst, was Du in deinem Leben noch verbessern kannst, solltest Du Dich eher auf die Ursachenforschung begeben. Das bedeutet, dass Du heraus finden musst, welche Zusammenhänge es geben kann, die deine Infektionen verursachen oder begünstigen (das kann damit zusammen hängen, dass du hormonell mit der Pille verhütest, eine hormonelle Grunderkrankung hast oder aber einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel etc.).

Dort kannst Du ansetzen und deinen Körper tatsächlich unterstützen.

Weiters ist es wichtig, dass Du deine individuellen Zusammenhänge erkennst, also in welchen Situationen Du auf eine Blasenentzündung reagierst. Das kann damit zusammenhängen, dass Du mit Blasenentzündungen auf Kälte reagierst oder eben zu Blasenentzündungen nach dem Sex neigst.

Denn nur mit dieser Ursachenforschung kannst Du zum Kern deiner Erkrankung vordringen und diese so behandeln, dass Du komplett beschwerdefrei wirst.

Über Marisa

Hi, ich bin Marisa.
Ich beschäftige mich seit 2003 mit Frauengesundheit, sexueller Gesundheit, Zyklen und Verhütung. Meine eigene Blasenentzündungsgeschichte, aber auch mein Interesse für eine natürliche und sichere Verhütung (hormonfrei), haben mich ausführlich zum Themengebiet weiblicher Körper und weibliche Gesundheit geführt (mit Anfang 20).

Für mich stehen die absolute Beschwerdefreiheit und der Einklang mit dem Körper im Fokus, weshalb ich all mein Wissen weitergebe, um diesen Zustand bestmöglich für meine Userinnen zu erreichen.
Alles Liebe!

Marisa
Kommunikationswissenschaftlerin (Magistra) & Gründerin von blasenentzuendung.HELP
Zertifiizierte NFP-Beraterin (Sensiplan®) & unfallfreie Anwenderin seit 2005